Margaretner Kollegentag

Mehr als ein normaler Absolventenverein

Der Margaretner Kollegentag ist aktuell die Vereinigung sämtlicher ehemaliger Schülerinnen und Schüler, sowie Lehrkräfte, aber auch anderen am Schulleben aktiv beteiligter Personen (ehemalige Schulwarte, Vertreter des Elternvereins und anderer Schulpartner) des Joseph-Haydn-Realgymnasiums in der Reinprechtsdorfer Straße in Wien V. Gegründet wurde der Verein im Jahr 1951, damals noch als reiner Verband von Absolventinnen und Absolventen – die Voraussetzung damals war also wirklich eine erfolgreich abgelegte Reifeprüfung im Joseph-Haydn-Realgymnasium. Durch den Wandel der Zeit und die zunehmende Vielfalt im Unterrichtswesen kam es ab den 1990-er Jahren immer wieder dazu, dass Schulzweige insbesondere aufgelassen wurden; natürlich kamen dafür neue dazu, aber doch führte das dazu, dass einige Schülerinnen und Schüler zwar jahrelang ihr Schulleben in der Reinprechtsdorfer Straße verbracht haben, die Reifeprüfung aber woanders ablegen mussten. Daher war es nur naheliegend eine Erweiterung der ordentlichen Mitglieder vorzunehmen um diese Personen auch zu erreichen, und da auch die meisten ehemaligen Lehrkräfte auch nach ihrer Pensionierung das Interesse an der Schulgemeinschaft bewahren, war es eine logische Konsequenz auch diese gleich damit zu integrieren, gleiches galt für die ehemaligen Schulwarte, sowie Vertreter des Elternvereins. Eine große Änderung war der Wegfall des verpflichtenden Mitgliedsbeitrags, damit wurde die Mitgliedschaft gratis und ist an keine Verpflichtungen des Einzelnen gebunden, wodurch es de facto nicht mehr zu Vereinsausschlüssen kommt, eine alte Praxis, die leider dem Margaretner Kollegentag, was die Anzahl der erfassten Mitglieder betrifft, bis zum heutigen Tage noch nachhängt. Derzeit sind etwa 1.700 Personen erfasst; es müssten aber groben Schätzungen zufolge zumindest doppelt so viele sein, wenn nicht sogar dreimal so viele.

Denn die Vereinigung wird fast ausschließlich über Spenden finanziert; und wenn nicht Einzelpersonen den Kontakt zu den ehemaligen „Beitragssündern“ aufrecht erhalten haben, weil sie ihrerseits Klassentreffen organisieren und auch im Margaretner Kollegentag aktiv dabei sind, so wäre die Anzahl der Personen, die nicht mehr auffindbar sind, noch größer.

Hinweis: Sollten Sie das gerade lesen und selbst im September/Oktober keine jährliche Post vom Margaretner Kollegentag erhalten, obwohl Sie in der Reinprechtsdorfer Straße zur Schule gegangen sind, dann melden Sie sich doch bitte einfach unter kollegentag@gmail.com! Ähnliches gilt, wenn Sie jemanden kennen, auf den das zutrifft. Vielen Dank im voraus!

Insgesamt aber ist der Margaretner Kollegentag eine der größten derartigen Organisationen im gesamten Bundesgebiet, weil das derzeit älteste Mitglied (Stand: Januar 2026) in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert und seine Matura im Jahr 1944 die letzte vor dem Bombeneinschlag in der alten Schule im Zweiten Weltkrieg war. Und die aktuellen Absolventinnen und Absolventen aus dem Jahr 2025 sind die jüngsten Mitglieder – die Altersspanne ist also derzeit 82 Jahre!!! Der Maturajahrgang 1944 war übrigens überhaupt ein besonders aktiver, denn alle Jahrgangskollegen von damals sind wirklich jedes Jahr zu den Treffen gekommen, sofern es ihre Gesundheit zugelassen hat.

Alles in allem kommen zu den Jahrestreffen des Margaretner Kollegentags viele Menschen in der Schule zusammen und tauschen meistens Erinnerungen aus bzw. pflegen ihre Kontakte und schließen neue mit ehemaligen manchmal auch „Leidensgenossinnen und –genossen“. Betreut werden diese Treffen von den aktiven Schülerinnen und Schülern des Hauses, wodurch schon hier Verbindungen für die Zukunft aufgebaut werden. Diese Zukunft bedeutet für das Joseph-Haydn-Realgymnasium, dass gemeinsam Zuschüsse für die Ausbildung am die Schule gewährt werden können, die durch die staatliche Finanzierung nicht gedeckt werden. Das betrifft in erster Linie, dass die Kosten für außergewöhnliche, aber eigentlich sehr wichtige Lehrveranstaltungen für Schülerinnen und Schülern, deren Eltern finanziell nicht alles ermöglichen können, reduziert werden – und das ist in einer staatlichen Schule häufig und in wirtschaftlich angespannten Zeiten wird es sogar immer mehr. Aber auch besondere Lehrmittel oder technische Einrichtungen, die über kein Staatsbudget bewilligt werden, können durch diese Vereinigung angeschafft werden. Und so kann eines der ältesten staatlichen Realgymnasien – erst im Frühjahr 2025 feierte das Haus 150-jähriges Bestehen – Möglichkeiten schaffen, die es sonst nur an Privatschulen gibt.

In diesem Zusammenhang sei auf die „Wall Of Fame“ des Joseph-Haydn-Realgymnasiums verwiesen, die in bemerkenswerter Weise vom ehemaligen Professor Dr. Klaus Edel zusammengestellt wurde, der durch seine vielen Jahre am Haus auch einige selbst zur Matura geführt hat, aber als gründlicher Historiker natürlich auch andere, die er selbst nicht unterrichtet hat, ausfindig machen konnte. Die digitale Aufbereitung dazu, sowohl für den Jubiläumsdatenträger und die Homepage der Schule erfolgte schließlich unter der Leitung des (noch) aktiven Professors Albert Noss und durch die Schülerinnen und Schüler im WPG Informatik, im Besonderen Hakem Kasem (Klasse 8C im Schuljahr 2024/25).

Abschließend sei ein großer Dank an alle ausgesprochen, die ihre Beiträge zur Erhaltung des für eine Bundesschule ungewöhnlich hohen Standards leisten!

Armin Janousek, seit 2001 Präsident des Margaretner Kollegentags